IT im Betrieb
Mac oder Windows: Der Anschaffungspreis entscheidet es nicht
Zwei Zahlen bestimmen diese Debatte: dass Windows-Geräte dreimal häufiger hart abstürzen und dass ein Mac über fünf Jahre 760 Dollar günstiger sei. Beide sind korrekt belegt — und beide sagen etwas anderes, als sie zu sagen scheinen.
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- 11 Minuten
- Redaktion
- Redaktion PV-Pro, Vigorek GmbH
- Quellen geprüft
Das Wichtigste
- Die aktuellste Betriebsmessung meldet für Windows 3,1× mehr erzwungene Abschaltungen, 2,2× mehr Programmabstürze und 7,5× mehr Hänger als für macOS — das sind Unterbrechungen, keine Hardware-Ausfallquoten.
- Die transparenteste Fünfjahreszahl sind 760 US-Dollar geringere Gesamtkosten je Mac. Sie stammt aus einem von Apple beauftragten Modell, das ausdrücklich keine Wettbewerbsanalyse sein will.
- Dasselbe Modell wechselt selbst nicht die Plattform: Es rechnet mit 25 Prozent Mac-Anteil im ersten und 45 Prozent im fünften Jahr. Belegbar ist ein rollenbasierter Mix, nicht ein Plattformwechsel.
Die Frage wird meist am falschen Ort entschieden — im Einkauf, an der Rechnung für das Gerät. Der Gerätepreis ist aber der einzige Posten, den man beim Kauf kennt, und über fünf Jahre der kleinste. Was danach kommt, steht in keinem Angebot: Supportstunden, Ausfallzeit, Lizenzen für Verwaltung und Sicherheit, Reparaturen, Restwert und die Arbeitszeit, die zwischen einem Neustart und dem Wiedereinstieg in die Aufgabe verschwindet.
PV-Pro ist eine macOS-Anwendung. Wir haben ein Interesse daran, dass diese Frage zugunsten des Macs ausgeht — deshalb steht in diesem Beitrag jede Zahl mit ihrer Herkunft, jede Studie mit ihrem Auftraggeber, und es gibt einen eigenen Abschnitt zu den Fällen, in denen Windows die richtige Wahl bleibt. Alle Kennzahlen sind am Original nachgelesen und nicht aus Zusammenfassungen übernommen; Zahlen aus Anbieter-Blogs haben wir weggelassen.
Vier Kennzahlen, die gern verwechselt werden
Eine öffentlich verfügbare, unabhängige Kennzahl der Art „Hardwaredefekte je 1'000 Geräte“ für Unternehmensflotten gibt es nicht — jedenfalls haben wir keine gefunden. Was es gibt, misst jeweils etwas anderes. Die dritte Spalte ist die wichtigere:
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie nicht misst |
|---|---|---|
| Erzwungene Abschaltung, Absturz, Hänger | Unterbrechungen im Arbeitsablauf, aus der Telemetrie verwalteter Geräte | Einen Hardwaredefekt und erst recht keine Ursache im Betriebssystem |
| Helpdesk-Ticket, Vor-Ort-Einsatz | Gemeldeten Supportaufwand | Den tatsächlichen Aufwand — er hängt an Ticketkultur, Selbsthilfe und Automatisierung |
| Erkennungen eines Sicherheitsprodukts | Was ein Schutzprogramm gezählt hat | Einen bestätigten Vorfall oder gar einen Datenabfluss |
| Restwert und Nutzungsdauer | Ein Ergebnis von Beschaffung und Anlagenbuchhaltung | Eine Geräteeigenschaft — Modell, Zustand, Leasing und Austauschregel bestimmen sie mit |
Wer diese vier Sorten mischt, kann jede beliebige Aussage belegen. Der Rest dieses Beitrags hält sie auseinander.
Was die Betriebstelemetrie zeigt
Die derzeit belastbarste Vergleichsmessung stammt aus dem Bericht State of Digital Workspace 2026 von Omnissa: anonymisierte, aggregierte Telemetrie aus Millionen verwalteter Unternehmensgeräte, weltweit und branchenübergreifend, für den Zeitraum Januar bis Dezember 2025 (Omnissa 2026, Methodik). Gegenüber macOS meldet der Bericht für Windows:
- Erzwungene Abschaltungen
- 3,1×
- Programmabstürze
- 2,2×
- Programm-Hänger
- 7,5×
Omnissa, State of Digital Workspace 2026; eingerechnet sind Systemabstürze und unerwartete Neustarts
Ebenda; gezählt werden Abstürze einzelner Anwendungen, nicht des Betriebssystems
Ebenda; ein Hänger ist ein nicht mehr reagierender Programmzustand ohne Absturz
Derselbe Datensatz zeigt einen zweiten Unterschied, der direkt in die Kostenrechnung geht: 11,5 Prozent der Macs, aber nur 1,8 Prozent der Windows-Geräte waren noch im sechsten Einsatzjahr im Betrieb. Omnissa selbst leitet daraus keine einheitliche Plattformstrategie ab, sondern eine rollenbasierte Beschaffung.
Das ist keine kontrollierte Studie. Die Plattformen werden nicht mit gleicher Hardware und gleichen Rollen verglichen — im Datensatz hatten die Macs im gewichteten Mittel 28 GB, die Windows-Geräte 21 GB Arbeitsspeicher. Die Zahlen belegen einen realen Flottenunterschied, nicht dessen Ursache. Omnissa ist zudem selbst Anbieter von Endgeräteverwaltung.
Was eine sehr grosse Flotte gemessen hat
IBM hat aus seinem Mac-Programm Zahlen veröffentlicht, die bis heute die grösste öffentlich genannte Vergleichsflotte betreffen: sieben Engineers betreuten dort etwa 200'000 macOS-Geräte, für ungefähr ebenso viele Windows-Geräte waren zwanzig nötig — nach Angabe des Unternehmens 186 Prozent mehr Support-Engineering. Windows-Anwender benötigten demnach fünfmal häufiger Unterstützung vor Ort (IBM, Mitteilung vom 12.11.2019).
Ein einzelnes Unternehmen, freiwillige Gerätewahl der Belegschaft und ein hoher Automatisierungsgrad bei der Bereitstellung. Wer sich sein Gerät aussuchen darf, ruft seltener an — dieser Auswahleffekt steckt in der Zahl und lässt sich nicht herausrechnen. Rohdaten und die Definition eines Tickets sind nicht öffentlich. Als Grössenordnung brauchbar, als Erwartungswert für den eigenen Betrieb nicht.
Fünf Jahre gerechnet: das offenste verfügbare Modell
Die transparenteste aktuelle Kostenrechnung ist die von Apple beauftragte Forrester-Studie Total Economic Impact™ Of Apple Mac At Work vom Juni 2026: elf Tiefeninterviews, 265 Befragte weltweit — 208 Verantwortliche für Hardwarebeschaffung und 57 Mac-Nutzende — verdichtet zu einer Modellorganisation mit rund 7'500 Beschäftigten über fünf Jahre, Diskontsatz 10 Prozent (Forrester TEI, Juni 2026).
- Geringere Gesamtkosten je Mac, fünf Jahre
- 760US-Dollar
- Kapitalrendite des Modells
- 153%
- Amortisation im Modell
- < 6Monate
Forrester, Total Economic Impact™ Of Apple Mac At Work, Juni 2026; risikoadjustierter Modellwert, von Apple beauftragt
Ebenda; Barwert der Nutzen 16,7 Mio., Barwert der Kosten 6,6 Mio. US-Dollar
Ebenda; bezogen auf die Modellorganisation, nicht auf ein reales Unternehmen
Die 760 Dollar sind nicht die Differenz zweier Gerätepreise. Sie fassen Hardware, Restwert, Verwaltungs- und Sicherheitslizenzen, Support- und Administrationsaufwand, Energie, Produktivität und erwartete Sicherheitskosten zusammen. Interessant ist deshalb weniger das Ergebnis als die Annahmenliste darunter — an ihr lässt sich prüfen, wo der eigene Betrieb abweicht:
| Annahme des Modells | Mac | PC |
|---|---|---|
| Gerätepreis | 1'100 US-Dollar | 1'400 US-Dollar |
| Nutzungsdauer | vier Jahre | drei Jahre |
| Restwert am Ende | 30 % | 10 % |
| Supporttickets je Gerät und Jahr | 55 % weniger | sechs |
| Kosten je Ticket | 25 % weniger | 16 US-Dollar |
| Geräte je IT-Vollzeitstelle | 600 | 300 |
Wer seinen Einkaufsvertrag danebenlegt, sieht sofort, ob das Modell zu ihm passt. Ein ausgehandelter Rahmenvertrag über PCs, ein vierjähriger statt dreijähriger Austauschzyklus oder ein Helpdesk mit anderen Ticketkosten verschieben das Ergebnis erheblich — in beide Richtungen.
Die Übertragung auf die eigene Kopfzahl
Der naheliegende Rechenschritt ist zugleich der gefährlichste:
Eingabe
500 Arbeitsplätze, für die ein Mac fachlich in Frage kommt.
Modell
760 US-Dollar geringere Gesamtkosten je ausgerolltem Gerät über fünf Jahre, risikoadjustiert, aus der Modellorganisation mit 7'500 Beschäftigten.
Ergebnis
500 × 760 = 380'000 US-Dollar über fünf Jahre.
Grenze
Forrester schreibt ausdrücklich, die Studie sei nicht als Wettbewerbsanalyse gedacht und mache keine Annahme darüber, welche Rendite andere Organisationen erzielen. Die Multiplikation ist damit Arithmetik, keine Prognose — sie sagt, was das Modell für den eigenen Fall behaupten würde, wenn er dem Modell gliche.
Ein Modellwert mal die eigene Kopfzahl ergibt eine Zahl mit vier Nullen und keine einzige Information über den eigenen Betrieb.
Apple hat die Studie beauftragt, die Kundennamen für die Interviews gestellt und den Entwurf kommentiert; Forrester behält nach eigener Angabe die redaktionelle Kontrolle und hat die Befragung doppelblind über einen Dritten erhoben. Als offengelegtes Szenariomodell ist die Studie nützlich — als neutrale Marktstatistik ist sie nicht zu lesen, und sie tritt selbst auch nicht so auf.
Das Modell wechselt selbst nicht die Plattform
Der meistübersehene Teil dieser Studie steht in ihren Annahmen: Die Modellorganisation standardisiert nicht auf Mac. Sie geht von 25 Prozent Mac-Anteil unter den Beschäftigten im ersten Jahr auf 45 Prozent im fünften — Mac als Teil des Geräteportfolios, ausdrücklich nicht als Einheitsgerät für alle. Die 760 Dollar sind also das Ergebnis eines Mixes, nicht eines Plattformwechsels.
Damit zeigen die günstigste verfügbare Rechnung und die grösste verfügbare Telemetrie in dieselbe Richtung: Die belegbare Empfehlung ist rollenbasiert. Mac als Standardwahl für mobile Wissensarbeit, Entwicklung, Kreativ- und Planungsarbeit mit sauberer Geräteverwaltung; Windows dort, wo Fachsoftware, Peripherie oder eine bereits bezahlte Verwaltungslandschaft es festschreiben.
Wo die Rechnung kippt
Jede der folgenden Positionen kann den Vorteil vollständig aufzehren. Sie gehören vor die Entscheidung, nicht in die Nachkalkulation:
- Windows-exklusive Fachsoftware. PVsyst nennt in seinen Systemanforderungen Windows 8, 10 und 11 und stellt voran, das Programm laufe nur unter Windows (PVsyst, Requirements). Eine einzige solche Anwendung in einer Schlüsselrolle entscheidet die Frage für diese Rolle.
- Office-Sonderfunktionen. Microsoft führt Publisher, Access und InfoPath als für den Mac nicht verfügbar (Microsoft, Office applications service description). Bei gewachsenen Access-Datenbanken ist das ein harter Ausschlussgrund, kein Komfortthema.
- Virtualisierung auf Apple-Silicon-Geräten. Boot Camp ist laut Apple für Macs mit Intel-Prozessor vorgesehen (Apple Support 102622). Wer Windows-Fachanwendungen auf einem aktuellen Mac braucht, benötigt eine lizenzierte virtuelle Maschine oder einen Cloud-PC — mit Lizenz-, Netz- und Betriebskosten, die in die Rechnung gehören.
- Die bereits bezahlte Windows-Landschaft. Verzeichnisdienst, Geräteverwaltung, Sicherheitsverträge, Arbeitsanweisungen und das Wissen der eigenen Leute sind reale Opportunitätskosten eines Wechsels. Sie stehen in keiner Studie, weil sie in jedem Unternehmen anders hoch sind.
- Umstellungs- und Schulungsaufwand. Belastbare Vergleichszahlen dazu haben wir nicht gefunden. Die Position ist trotzdem real und gehört als Messwert aus dem eigenen Pilotbetrieb in die Rechnung, nicht als frei gewählte Pauschale.
Und ein Punkt, der oft vergessen wird, weil er die Windows-Seite betrifft: Windows 10 erhält seit dem 14. Oktober 2025 keine regulären Sicherheitsupdates mehr (Microsoft, Lifecycle-Ankündigung). Der Aufwand für Umstieg oder erweiterte Sicherheitsupdates gehört genauso in eine ehrliche Windows-Kostenrechnung wie die Wechselkosten in eine Mac-Rechnung.
macOS ist nicht malwarefrei
Der stärkste Gegenbeleg gegen das verbreitete Sicherheitsversprechen kommt aus der Telemetrie eines Schutzprogrammanbieters: Für 2019 zählte Malwarebytes durchschnittlich elf Erkennungen je Mac-Endpunkt gegenüber 5,8 je Windows-Endpunkt (Malwarebytes, State of Malware 2020). Der Anstieg bestand überwiegend aus Adware und unerwünschten Programmen und ist von einer wachsenden Mac-Nutzerbasis mitverursacht.
Die Zahl ist alt, stammt von einem Sicherheitsanbieter und zählt Produkterkennungen, nicht bestätigte Vorfälle. Als Rangfolge taugt sie nicht. Sie widerlegt aber zuverlässig die Annahme, auf dem Mac erübrigten sich Schutzmassnahmen. Geräteverwaltung, Verschlüsselung, Aktualisierungszwang, Endpunktschutz, minimale Rechte und Sicherungskopien braucht jede der beiden Plattformen.
Die Rechnung für den eigenen Betrieb
Externe Kennzahlen taugen zur Orientierung, nicht zur Entscheidung. Gerechnet wird je Rolle und über mindestens vier, besser fünf Jahre:
TCO(5 Jahre, je Rolle) =
Anschaffung
+ Zubehör und Peripherie
+ Betriebssystem, Geräteverwaltung, Endpunktschutz
+ Support (Tickets × Kosten je Ticket)
+ Administration (Geräte je IT-Vollzeitstelle)
+ Energie
+ Reparatur und Ersatz
+ Schulung und Migration
+ Windows-Umwege (virtuelle Maschine, Cloud-PC, Lizenzen)
− Restwert bei Aussonderung
− nachweislich realisierte Arbeitszeit
Der letzte Posten ist der, an dem die meisten Rechnungen unehrlich werden. Die Forrester-Studie weist 100 zurückgewonnene Minuten je Beschäftigtem und Monat aus — 45 Minuten Warten auf Start und Aktualisierung, 55 Minuten Fehlersuche. Das sind rund 20 Stunden im Jahr. Geld wird daraus nur der Anteil, der zu zusätzlicher Leistung, vermiedenen Überstunden oder einer nicht nötigen Einstellung führt:
realisierter Zeitnutzen = 20 Std./Jahr × Vollkostenstunde × Realisierungsquote
└ Modellwert └ eigene Zahl └ aus dem Pilot
Die Realisierungsquote wird mit Pilotdaten belegt und ist nie 100 Prozent. Wer sie auf eins setzt, hat keine Kostenrechnung mehr, sondern eine Absichtserklärung.
Vier Positionen gehören ausdrücklich nicht in die Grundrechnung: eine Produktivitätszahl ohne belegte Realisierungsquote; ein betriebssystemspezifischer Schaden, abgeleitet aus einer allgemeinen Vorfallstatistik — die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks sind keine Mac-gegen-Windows-Zahl (IBM, Cost of a Data Breach 2025); eine modellierte Risikominderung, gelesen als gemessene Vorfallquote — das Forrester-Modell weist etwa eine um 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit eines Datenlecks durch verlorene oder gestohlene Geräte aus, und das ist eine Modellgrösse, keine beobachtete Quote; und ein Restwert aus einer fremden Preisliste statt aus dem eigenen letzten Verkauf.
Ein Pilot in 90 Tagen
- Rollen und Ausschlüsse bestimmen. Softwareinventar je Rolle, ausdrücklich inklusive Treiber, Messgeräte, Tokens und lokaler Datenpfade. Jede Rolle mit einem harten Ausschluss bleibt Windows — das ist keine Niederlage, sondern das Ergebnis.
- Vergleichbar ausstatten. Je geeigneter Rolle 25 bis 50 Arbeitsplätze pro Plattform, mit gleicher Sicherheitsbasis, vergleichbarer Speicher- und Datenträgerklasse und gleichem Servicegrad. Sonst misst man die Ausstattung und nicht die Plattform.
- Vier Kennzahlen erfassen. Tickets je Gerät und Monat; mittlere Lösungszeit und Kosten je Ticket; Abstürze, Hänger und erzwungene Neustarts je 100 Gerätetage; Nutzungsstunden bis zum Austausch. Reparaturen getrennt nach Geräte- und Garantiefall.
- Wechselkosten mitschreiben. Administrationsaufwand, Migrationsfälle, Schulungsstunden, Lizenzen für virtuelle Maschinen und die Zahl der nicht vollständig unterstützten Anwendungen.
- Ein Tor setzen. Skaliert wird nur für Rollen, bei denen die erwartete Fünfjahresersparnis nach allen Wechselkosten positiv bleibt und kein kritischer Fachprozess einen Umweg braucht.
Was das für einen Photovoltaik-Betrieb bedeutet
Für Planungsbüros hat diese Frage eine Besonderheit: Die Fachsoftware entscheidet häufig über das Betriebssystem und nicht umgekehrt. PVsyst gibt in den Systemanforderungen an, nur unter Windows zu laufen; wer damit Ertragsgutachten rechnet, hat für diese Rolle einen harten Windows-Anker — auf einem Mac mit Apple-Prozessor bleibt dafür nur eine virtuelle Maschine oder ein entfernter Rechner, mit allen Kosten, die oben in die Rechnung gehören.
PV-Pro geht den anderen Weg und ist eine macOS-Anwendung: Planung am 3D-Modell, Verschattungsrechnung und Angebot laufen nativ auf dem Gerät. Das ist ein Nachteil, wenn im Betrieb Windows steht — und der Grund, warum dieser Beitrag die Fälle nennt, in denen das so bleiben sollte. Es ist ein Vorteil, wenn der Betrieb ohnehin auf Mac arbeitet, weil dann Arbeitsplatz- und Softwareentscheid zusammenfallen statt sich zu widersprechen.
Welche Programme welchen Funktionsumfang dokumentieren, steht im Vergleich der Planungsprogramme; die Gegenüberstellung mit dem verbreitetsten Simulationswerkzeug im Beitrag zu PV*SOL. Beide nennen ausschliesslich, was die jeweiligen Anbieter selbst dokumentieren.
Häufige Fragen
Sind Macs im Unternehmen zuverlässiger als Windows-PCs?
Gemessen an Unterbrechungen: In der Telemetrie von Omnissa aus dem Jahr 2025 zeigten Windows-Geräte 3,1× mehr erzwungene Abschaltungen, 2,2× mehr Programmabstürze und 7,5× mehr Hänger als macOS-Geräte. Das sind Störungen im Arbeitsablauf, keine Hardware-Ausfallquoten — und die verglichenen Geräte waren nicht identisch ausgestattet (28 gegenüber 21 GB Arbeitsspeicher im Mittel). Eine unabhängige Defektstatistik für Unternehmensflotten existiert öffentlich nicht.
Wie viel spart ein Mac gegenüber einem PC über fünf Jahre?
Die transparenteste verfügbare Zahl sind 760 US-Dollar geringere Gesamtkosten je ausgerolltem Mac über fünf Jahre, aus einem von Apple beauftragten, risikoadjustierten Forrester-Modell für eine Organisation mit 7'500 Beschäftigten. Forrester weist ausdrücklich darauf hin, dass die Studie keine Wettbewerbsanalyse ist und keine Aussage über die Rendite anderer Organisationen trifft. Sie ist als Rechenrahmen zu benutzen, nicht als Erwartungswert.
Wann ist Windows die richtige Wahl?
Immer dann, wenn eine Rolle Windows-exklusive Fachsoftware, spezielle Peripherie oder Office-Funktionen wie Access und Publisher braucht, oder wenn eine bereits bezahlte Windows-Verwaltungslandschaft die Wechselkosten dominiert. Ein Ausschluss auf Rollenebene ist entscheidend, nicht auf Unternehmensebene: Selbst das Modell mit dem günstigsten Ergebnis für den Mac rechnet mit einem Anteil von 25 Prozent im ersten und 45 Prozent im fünften Jahr.
Braucht macOS im Unternehmen einen Virenschutz?
Ja. In der Telemetrie von Malwarebytes lagen 2019 durchschnittlich elf Erkennungen je Mac-Endpunkt gegenüber 5,8 je Windows-Endpunkt — überwiegend Adware und unerwünschte Programme. Die Zahl taugt nicht als Rangfolge, widerlegt aber die Annahme, Schutzmassnahmen erübrigten sich. Geräteverwaltung, Verschlüsselung, Aktualisierungszwang, Endpunktschutz und Sicherungskopien sind auf beiden Plattformen erforderlich.
Läuft Photovoltaik-Planungssoftware auf dem Mac?
Das hängt vom Programm ab. PVsyst gibt in seinen Systemanforderungen an, nur unter Windows zu laufen; auf Macs mit Apple-Prozessor ist dafür eine virtuelle Maschine oder ein entfernter Windows-Rechner nötig, da Boot Camp laut Apple Intel-Geräten vorbehalten ist. Browserbasierte Werkzeuge sind plattformunabhängig. PV-Pro ist eine native macOS-Anwendung.
Quellen
- Omnissa — State of Digital Workspace 2026 — Anonymisierte, aggregierte Telemetrie aus Millionen verwalteter Unternehmensgeräte, Januar bis Dezember 2025; Herausgeber ist Anbieter von Endgeräteverwaltung; abgerufen am 9.8.2026
- Forrester Consulting — The Total Economic Impact™ Of Apple Mac At Work — Juni 2026, von Apple beauftragt; 11 Interviews und 265 Befragte, Modellorganisation mit 7'500 Beschäftigten, Diskontsatz 10 %; laut Herausgeber ausdrücklich keine Wettbewerbsanalyse; abgerufen am 9.8.2026
- IBM — Mitteilung zum Mac-Programm, 12. November 2019 — Sieben gegenüber zwanzig Support-Engineers je rund 200'000 Geräte; Angaben des Unternehmens, ohne öffentliche Rohdaten; abgerufen am 9.8.2026
- Malwarebytes — State of Malware 2020 — Produkttelemetrie für 2019, elf gegenüber 5,8 Erkennungen je Endpunkt; abgerufen am 9.8.2026
- IBM — Cost of a Data Breach Report 2025 — Schadenskontext ohne Betriebssystemvergleich; abgerufen am 9.8.2026
- PVsyst — Systemanforderungen — Herstellerangabe: Windows 8, 10 und 11; abgerufen am 9.8.2026
- Microsoft — Office applications service description — Publisher, Access und InfoPath für den Mac nicht verfügbar; abgerufen am 9.8.2026
- Apple — Windows 10 mit dem Boot Camp-Assistenten installieren — Boot Camp für Macs mit Intel-Prozessor; abgerufen am 9.8.2026
- Microsoft — Ende des Supports für Windows 10 — Keine regulären Sicherheitsupdates nach dem 14. Oktober 2025; abgerufen am 9.8.2026
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- Beitrag angelegt. Alle Kennzahlen am Original nachgelesen — Omnissa-Bericht, Forrester-Modell und IBM-Mitteilung; Zahlen aus Anbieter-Blogs bewusst nicht übernommen. Die Angabe zur Risikominderung bei Verlust oder Diebstahl stammt aus der aktuellen Fassung des Forrester-Modells und nicht aus der älteren Studie von 2024.