Vergleich
PV-Pro und PV*SOL im Vergleich
Beide Programme rechnen Photovoltaikanlagen. Sie enden aber an verschiedenen Stellen — und diese Stelle entscheidet, welches zu Ihrem Betrieb passt.
- Stand
- Lesezeit
- 7 Minuten
- Redaktion
- Redaktion PV-Pro, Vigorek GmbH
- Quellen geprüft
Das Wichtigste
- Beide Programme rechnen Photovoltaikanlagen; sie sind auf verschiedene Enddokumente ausgelegt — einen Simulationsbericht beziehungsweise ein Kundenangebot.
- PV*SOL setzt Windows voraus, PV-Pro ist eine native macOS-Anwendung. Das ist eine Frage der Passung, nicht der Qualität.
- PV-Pro rechnet in allen drei deutschsprachigen Ländern nach deren eigenem Förderrecht — EEG-Einspeisevergütung, EAG-Investitionszuschuss, Einmalvergütung.
Was Valentin Software für PV*SOL dokumentiert
PV*SOL premium von Valentin Software ist ein Simulationsprogramm für Photovoltaik. Der Hersteller dokumentiert dafür eine dreidimensionale Verschattungsanalyse, umfangreiche Bauteildatenbanken, Lastprofile, Batterie- und Ladeinfrastrukturmodelle, eine Finanzanalyse sowie anpassbare Berichte mit Datenexport (PV*SOL Online-Hilfe, Abruf 9.8.2026). Wer eine Ertragsprognose mit ausgewiesener Verlustaufstellung braucht, findet dort das dafür vorgesehene Werkzeug.
Der Preis liegt bei 845 Euro im Jahr zzgl. MwSt. für die Mietlizenz von PV*SOL premium; die Fassung ohne „premium" kostet 585 Euro im Jahr (Herstellerangaben, abgerufen am 6. August 2026).
Angaben über Marktanteile, Verbreitung oder Reifegrad stehen hier bewusst nicht: Sie liessen sich nicht belegen. Was zählt, ist der dokumentierte Funktionsumfang — und die Frage, welches Dokument am Ende Ihres Tages entstehen muss.
Die vier Unterschiede, auf die es ankommt
1. Plattform
PV*SOL premium setzt Windows 10 oder 11 (64-Bit) mit .NET Framework 4.8 voraus. Auf einem Mac läuft es nur über eine Virtualisierung — mit dem Aufwand und den Reibungen, die das mit sich bringt. PV-Pro ist eine native macOS-Anwendung: Sie startet mit dem Rechner, nutzt dessen Grafikleistung direkt und teilt Dateien, Vorschau und Druck mit dem übrigen System.
Das ist kein Argument über Qualität, sondern über Passung. Wer im Betrieb Windows fährt, gewinnt hier nichts.
2. Woher das Gebäude kommt
Beide Programme rechnen die Verschattung an einem 3D-Modell. Der Unterschied liegt darin, wie das Modell entsteht. PV-Pro kann für Schweizer Adressen amtliche Gebäude-, Dach- und Kartenquellen in einen Planungsentwurf übernehmen — die Umgebung, die den Schatten wirft, muss also nicht von Hand nachgebaut werden. Fehlende 3D-Geometrie, unbestätigte Höhen und unvollständige Nachbarschaft kennzeichnet das Programm dabei ausdrücklich, denn die amtlichen Daten haben ihre eigenen Grenzen: Genauigkeit „in Lage und Höhe ±30cm - 50cm“, „Dachdetails sowie kleinere Dachaufbauten und Gauben sind grundsätzlich nicht vorhanden“, Nachführung alle drei Jahre (swisstopo, Abruf 9.8.2026). Der Kamin kommt damit weiterhin aus der Aufnahme vor Ort, nicht aus dem Datensatz.
3. Was am Ende herauskommt
Valentin Software dokumentiert für PV*SOL anpassbare Berichte in Word- und PDF-Form sowie Datenexport. Ein solcher Bericht ist auf fachliche Nachvollziehbarkeit ausgelegt.
PV-Pro ist auf das Angebotsdokument ausgelegt: Deckblatt, Anlagenbeschrieb, Verschattungskarte, Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, Positionsliste und Förderausweis in einer PDF-Mappe. Welche Brücke zwischen Bericht und Angebot in Ihrem Ablauf nötig ist, hängt davon ab, was Sie heute zwischen beidem von Hand tun — dort, wo dieser Weg über Tabellenkalkulation und Textverarbeitung führt, entstehen die Zahlenbrüche.
4. Regelwerk im deutschsprachigen Raum
Förderung ist kein Funktionshaken, sondern laufende Pflegearbeit — und sie ist in jedem der drei Länder eine andere Rechnung. PV-Pro trennt sie deshalb nach Recht statt nach Sprache:
| Land | Wie gefördert wird | Was PV-Pro daraus rechnet |
|---|---|---|
| Schweiz | Einmalvergütung als Investitionsbeitrag, dazu kantonale Programme und die Rückliefervergütung des Netzbetreibers (Pronovo) | EIV-Szenario mit Kategorien und Boni, kantonale Gliederung, Rechtsstand im Dokument |
| Deutschland | Einspeisevergütung nach dem EEG, über 20 Jahre festgeschrieben; ein Investitionszuschuss existiert nicht, die KfW fördert über zinsvergünstigte Kredite (Bundesnetzagentur) | Einspeisevergütung als gesetzliche Untergrenze über die Betrachtungsdauer statt als Abzug von der Investition |
| Österreich | EAG-Investitionszuschuss, allerdings nur bei Zuschlag; kein gesetzlicher Einspeisetarif für die typische Aufdachanlage (EAG-Abwicklungsstelle) | Zuschuss als Investitionsminderung, ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet, und ein frei verhandelter Abnahmepreis |
Währung, Zahlformat und Rechtschreibung folgen dabei dem Firmensitz — ein deutsches Angebot rechnet in Euro und Cent und schreibt „ß“. Was heute noch schweizspezifisch ist: das EIV-Förderwerkzeug mit seinen Kategorien, die kantonale Gliederung und die hinterlegten Marktpreis-Spannen; im deutschen und österreichischen Betrieb sind diese Stellen einzeln abgeschaltet statt mit Schweizer Werten gefüllt.
Ob ein anderes Programm diese Regeln abbildet, steht in dessen Dokumentation — und ist dort zu prüfen, statt aus seinem Herkunftsmarkt geschlossen zu werden.
Wann PV*SOL die bessere Wahl ist
- Sie arbeiten unter Windows und wollen dabei bleiben.
- Ihr Schwerpunkt liegt auf Ertragsgutachten und detaillierter Verlustanalyse, nicht auf dem Verkaufsdokument.
- Sie brauchen für ungewöhnliche Anlagenteile die Tiefe einer umfangreichen Bauteildatenbank.
- Ihre Auftraggeber verlangen ausdrücklich einen Bericht aus einem bestimmten Simulationsprogramm.
Wann PV-Pro besser passt
- Sie arbeiten auf dem Mac.
- Ihr Engpass ist das Angebot, nicht die Simulation — Sie wollen schneller vom Dach zum unterschriftsreifen Dokument.
- Sie planen in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich und wollen die Förderung des jeweiligen Landes im Angebot statt daneben.
- Sie wollen dem Kunden zeigen, warum die Anlage genau diesen Zuschnitt hat — mit einer Verschattungskarte, die auch ohne Fachwissen verständlich ist.
Die beiden schliessen einander nicht aus: Nachweis und Verkauf verlangen verschiedene Dokumente, und ein Betrieb, der beides liefern muss, kann beides einsetzen.
Alle Angaben zu PV*SOL stammen aus der öffentlichen Dokumentation von Valentin Software mit dem im Quellenblock genannten Abrufdatum. Dieser Beitrag vergleicht keine Rechengenauigkeit: Dafür bräuchte es identische Eingaben, offengelegte Annahmen, den jeweiligen Versionsstand und eine Nachrechnung durch Dritte.
Häufige Fragen
Kann PV-Pro einen Simulationsbericht wie PV*SOL erzeugen?
PV-Pro erzeugt eine Angebotsmappe mit Ertragsrechnung, Verschattungskarte, Verlustaufstellung und Wirtschaftlichkeit. Sie ist auf die Entscheidung des Kunden ausgerichtet, nicht auf ein Gutachten für einen Investor. Wo ein förmliches Ertragsgutachten verlangt wird, ist ein dediziertes Simulationsprogramm der richtige Weg.
Lassen sich Projekte zwischen den Programmen austauschen?
Einen gemeinsamen Projektstandard gibt es in diesem Markt nicht. Was sich austauschen lässt, sind Ergebnisse als PDF und Bauteildaten aus den Datenblättern der Hersteller.
Was kostet PV-Pro im Vergleich?
PV-Pro kostet CHF 119 im Monat je Arbeitsplatz, im Jahresabonnement CHF 1'190. PV*SOL premium liegt bei 845 Euro im Jahr zzgl. MwSt. (Stand August 2026). Der Vergleich hinkt insofern, als PV-Pro den Weg bis zum Angebot einschliesst, den man sonst mit weiteren Werkzeugen abdeckt.
Quellen
- Valentin Software — PV*SOL premium — Systemanforderungen und Preis, abgerufen am 6.8.2026
- Valentin Software — PV*SOL Online-Hilfe — Dokumentierter Funktionsumfang, abgerufen am 9.8.2026
- Valentin Software Shop — Mietlizenzen und Preise, abgerufen am 6.8.2026
- swisstopo — swissBUILDINGS3D 3.0 Beta — Amtliches Gebäudemodell mit Dachgeometrie; Herausgeberangabe zur Qualität: „In Lage und Höhe ±30cm - 50cm“, „Dachdetails sowie kleinere Dachaufbauten und Gauben sind grundsätzlich nicht vorhanden“, Nachführungszyklus drei Jahre; abgerufen am 9.8.2026
- Bundesnetzagentur — EEG-Förderung (Deutschland) — Anzulegende Werte und Verfahren der Einspeisevergütung; abgerufen am 9.8.2026
- EAG-Förderabwicklungsstelle (Österreich) — Investitionszuschuss und Marktprämie nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz; abgerufen am 9.8.2026
Alle Fundstellen zuletzt geprüft am . Tarife, Fördersätze und Preise Dritter ändern sich; massgebend ist immer die verlinkte Quelle in ihrer aktuellen Fassung.
Redaktion und Pflege
- Verantwortlich
- Redaktion PV-Pro, Vigorek GmbH
- Veröffentlicht
- Zuletzt geändert
- Methodik
- So entstehen die Rechenbeispiele
- Rückmeldung
- info@vigosky.com
- Beitrag veröffentlicht.
- Aussagen über Verbreitung und Reifegrad entfernt; „ist kein Kundenangebot“ durch die dokumentierten Ausgabeformate ersetzt; Geodaten-Aussage auf die belegbare Fassung samt Genauigkeitsgrenzen zurückgeführt; Drohnenmodell-Behauptung entfernt.