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title: "PV-Ertrag berechnen: ein Beispiel zum Nachrechnen"
description: "Wie viel Strom bringt eine Photovoltaikanlage? Ein offengelegtes Rechenbeispiel für Zürich — Monatswerte, Neigung, Ausrichtung, Ost-West-Vergleich."
canonical: https://vigosky.com/ratgeber/pv-ertrag-berechnen/
language: de-CH
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Grundlagen

# PV-Ertrag berechnen — an einem offenen Beispiel

 Die Faustformel liefert eine Hausnummer, aber keine Entscheidung. Dieses Beispiel legt jede Eingabe offen — und zeigt, welche Stellschraube wirklich zwanzig Prozent bewegt und welche nur fünf.

**Stand:** 9. August 2026

**Lesezeit:** 8 Minuten

**Redaktion:** Redaktion PV-Pro, Vigorek GmbH

**Quellen geprüft:** 9. August 2026

 ![PV-Planer betrachtet die monatliche Ertragsverteilung einer Solaranlage, während das berechnete Gebäude vor dem Fenster liegt](/ratgeber/pv-ertrag-berechnen.webp)

 Das Wichtigste

- Für den Beispielstandort Zürich liefert PVGIS 1'145 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak im Jahr — mit rund fünf Prozent Jahr-zu-Jahr-Streuung.

- Zwischen Ost- und Südausrichtung liegen im selben Modell 20 Prozent Jahresertrag, zwischen 15 und 45 Grad Neigung nur 5.

- Ein Drittel des Jahresertrags fällt im Winterhalbjahr an. Diese Zahl entscheidet über Speicher, Wärmepumpe und Eigenverbrauch — nicht die Jahressumme.

 Aufbau

 Zu diesem Beitrag

 Stand 9. August 2026 . Regeln, Tarife und Preise ändern sich — ein Text ohne Datum ist in diesem Fach wertlos.

 Wie Eingaben, Modell und Grenzen in gerechneten Beispielen zustande kommen, steht in der [Methodik](/ratgeber/methodik-pv-pro-simulationen/).

## Die Faustformel und was sie verschweigt

 Die übliche Abschätzung lautet: Leistung in Kilowatt-Peak mal spezifischer Ertrag des Standorts.
Sie ist nicht falsch, sie ist unvollständig — denn der spezifische Ertrag ist selbst schon ein
Ergebnis. Er hängt an Einstrahlung, Neigung, Ausrichtung, Temperatur, Verschattung und
Systemverlusten. Wer eine Zahl nennt, ohne diese sechs Grössen zu nennen, hat geraten.

 Deshalb steht hier ein vollständiges Beispiel statt einer Faustzahl. Jede Eingabe ist genannt,
der Abruf ist offen, das Ergebnis lässt sich in zwei Minuten wiederholen.

## Das Beispiel

### Eingabe

 Zürich (47,3769° N, 8,5417° O, 416 m ü. M.), 10 kWp kristallines Silizium, 30 Grad Neigung, Südausrichtung, freistehend montiert, 14 Prozent Systemverluste.

### Modell

 PVGIS 5.3 der Europäischen Kommission (JRC), Strahlungsdatensatz PVGIS-SARAH3, Wetterdaten ERA5, Zeitraum 2005–2023, Geländehorizont eingeschaltet.

### Ausgabe

 11'446 kWh im Jahr, also 1'145 kWh je kWp. Einstrahlung in Modulebene 1'452,78 kWh/m², Standardabweichung über die Jahre 586 kWh.

### Grenze

 Keine Nahverschattung, keine reale Modulbelegung, keine Verfügbarkeitsausfälle. Ein konkretes Dach liegt darunter — die Frage ist nur, wie weit.

 `https://re.jrc.ec.europa.eu/api/v5_3/PVcalc ?lat=47.3769&lon=8.5417 # Zürich, 416 m ü. M. &peakpower=10 # kWp &angle=30&aspect=0 # 30° Neigung, Süd &loss=14 # Systemverluste in Prozent &outputformat=json`

**Spezifischer Ertrag:**
 1'145 kWh/kWp

 11'446 kWh bei 10 kWp, PVGIS 5.3, Abruf 9.8.2026

**Bandbreite (1 σ):**
 10'861–12'032 kWh

 Mittel ± Standardabweichung von 586 kWh über 19 Jahre

**Anteil Winterhalbjahr:**
 34 %

 3'875 von 11'446 kWh in den Monaten Oktober bis März

## Was das Jahr über passiert

 Die Jahressumme verdeckt die eigentliche Information. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten
Monat liegt im Beispiel der Faktor 3,6.

| Monat | Ertrag (kWh) | Monat | Ertrag (kWh) |
| --- | --- | --- | --- |
| Januar | 471 | Juli | 1'378 |
| Februar | 679 | August | 1'257 |
| März | 1'053 | September | 1'092 |
| April | 1'238 | Oktober | 799 |
| Mai | 1'272 | November | 490 |
| Juni | 1'335 | Dezember | 382 |

 Monatswerte aus demselben Abruf, PVGIS 5.3, abgerufen am 9. August 2026. Summe
11'446 kWh.

 Aus dieser Verteilung folgen die Entscheidungen, nicht aus der Jahreszahl: In den sechs Monaten
von Oktober bis März fallen 3'875 Kilowattstunden an, also 34 Prozent. Genau in diese Monate fällt
der höchste Verbrauch eines Haushalts mit Wärmepumpe. Wer Autarkie verspricht, muss diese Zahl
kennen — die Jahresbilanz sagt dazu nichts.

 Die Jahressumme verkauft die Anlage. Die Monatsverteilung entscheidet, ob sie hält, was das Angebot verspricht.

## Neigung und Ausrichtung: was wirklich zählt

 Dieselbe Anlage am selben Ort, nur anders ausgerichtet — alle übrigen Eingaben unverändert:

| Ausrichtung und Neigung | Jahresertrag | gegenüber Süd 30° |
| --- | --- | --- |
| Süd, 30° | 11'446 kWh | Bezugsfall |
| Süd, 15° | 10'864 kWh | −5,1 % |
| Süd, 45° | 11'452 kWh | ±0 % |
| Rechnerisches Optimum: 38°, Azimut 2° | 11'527 kWh | +0,7 % |
| West, 30° | 9'305 kWh | −18,7 % |
| Ost, 30° | 9'152 kWh | −20,0 % |

 Sechs Abrufe, PVGIS 5.3, 9. August 2026, jeweils 10 kWp und 14 % Systemverluste.

 Drei Dinge sind daran bemerkenswert. **Erstens** ist die Neigung fast gleichgültig:
Zwischen 15 und 45 Grad liegen fünf Prozent, und das Optimum bringt gegenüber der gebauten
30-Grad-Fläche 0,7 Prozent. Ein Dach umzubauen, um Neigung zu gewinnen, rechnet sich nie.
**Zweitens** kostet die Ausrichtung das Vierfache davon. **Drittens**
liegt West leicht über Ost — weil die Nachmittagsluft wärmer, aber die Bewölkung im Mittel geringer
ist. Beides sind Modellergebnisse für diesen Standort, keine allgemeinen Regeln.

## Ost-West statt Süd

 Eine Flachdachanlage in Ost-West-Aufständerung teilt die Leistung auf beide Richtungen. Aus den
Werten oben ergibt sich für fünf plus fünf Kilowatt-Peak ein Jahresertrag von 9'228 Kilowattstunden
— 19 Prozent unter der Südvariante.

 Trotzdem ist das oft die bessere Anlage, und zwar aus zwei Gründen, die in der Jahressumme nicht
auftauchen:

- **Die Tageskurve wird breiter und flacher.** Erzeugung am Morgen und am späten Nachmittag trifft eher auf Verbrauch als eine schmale Mittagsspitze. Für den Eigenverbrauch zählt das mehr als die Jahressumme.

- **Auf derselben Dachfläche passen mehr Module.** Ost-West-Reihen brauchen weniger Abstand gegeneinander als nach Süden aufgeständerte. Der Ertrag je Modul sinkt, der Ertrag je Quadratmeter Dach steigt.

 Welche Variante gewinnt, ist deshalb eine Rechnung mit dem konkreten Lastprofil und der
konkreten Fläche — nicht eine Frage der Himmelsrichtung. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag zu
[Eigenverbrauch und Autarkie](/ratgeber/eigenverbrauch-autarkie-speicher/).

## Die Bandbreite gehört dazu

 Der Abruf liefert nicht nur einen Mittelwert, sondern auch dessen Streuung: 586 Kilowattstunden
Standardabweichung über 19 Jahre. In zwei von drei Jahren liegt der Ertrag also zwischen 10'861 und
12'032 Kilowattstunden — allein wegen des Wetters, bei völlig einwandfreier Anlage.

 **Die häufigste Fehlerquelle ist die Schreibweise** Wer im Angebot „11'446 kWh“ schreibt, verspricht eine Genauigkeit, die das Modell nicht
hergibt. Wer „rund 11'400 kWh, in einzelnen Jahren 10'900 bis 12'000“ schreibt, sagt dasselbe
Ergebnis — und bekommt im dritten Betriebsjahr keinen Anruf.

## Vom Standortertrag zum Anlagenertrag

 Die 11'446 Kilowattstunden sind ein **Standortertrag**: was eine ideal aufgestellte,
unverschattete Anlage an diesem Punkt liefern würde. Bis zum **Anlagenertrag** fehlen
vier Schritte, und alle vier zeigen nach unten:

- **Reale Belegung.** Auf das Dach passen selten genau 10 kWp, und die Module liegen nicht alle in derselben Ebene.

- **Nahverschattung.** Kamin, Gaube, Antenne, Nachbarbaum. Im Abruf oben ist davon nichts enthalten — der eingebaute Horizont kennt nur Gelände.

- **Verschaltung.** Wie Module zu Strings zusammengefasst sind, entscheidet, wie stark ein Schatten den Rest mitzieht. Das ist Gegenstand der [Stringplanung](/ratgeber/stringplanung-wechselrichter-auslegung/).

- **Betrieb.** Verfügbarkeit, Verschmutzung über die Jahre, Schnee an der Traufe. Ein Teil davon steckt in den 14 Prozent Systemverlusten, ein Teil nicht.

 Diese vier Schritte sind der Grund, warum eine Planung am Modell des echten Gebäudes etwas
anderes ist als ein Abruf mit Koordinaten. PV-Pro setzt genau dort an: PVGIS liefert den Standort,
das 3D-Modell mit Umgebung liefert den Rest.

## Häufige Fragen

 Wie viel kWh bringt eine 10-kWp-Anlage in der Schweiz?
 Für den Beispielstandort Zürich rechnet PVGIS bei 30 Grad Neigung und Südausrichtung 11'446 kWh im Jahr, also rund 1'145 kWh je kWp (Abruf vom 9.8.2026, Datensatz PVGIS-SARAH3, 2005–2023). Das ist ein Standortwert ohne Nahverschattung. Für einen anderen Ort, eine andere Ausrichtung oder ein verschattetes Dach fällt er anders aus — im Mittelland liegen die Werte höher als in einem engen Alpental und niedriger als auf einer Südterrasse im Wallis.

 Lohnt sich eine Ost-West-Anlage?
 Sie liefert im Beispiel oben 19 Prozent weniger Jahresertrag als eine Südanlage gleicher Leistung, verteilt ihn aber über einen längeren Tag und erlaubt auf derselben Fläche mehr Module. Ob das wirtschaftlich vorne liegt, hängt am Lastprofil und an der verfügbaren Fläche — beides gehört gerechnet und nicht geschätzt.

 Muss das Dach nach Süden zeigen?
 Nein. Im gerechneten Beispiel liefert eine reine Ostfläche noch 80 Prozent des Südertrags. Damit trägt sie eine Anlage ohne Weiteres — die Wirtschaftlichkeit entscheidet sich am Eigenverbrauch und an den Kosten, nicht an der Himmelsrichtung allein.

 Warum weicht mein tatsächlicher Ertrag vom berechneten ab?
 Vier Ursachen kommen zusammen: das Wetter des einzelnen Jahres (im Beispiel rund fünf Prozent Standardabweichung), Nahverschattung, die im Standortabruf fehlt, die reale Belegung und Verschaltung sowie Betriebseinflüsse wie Verschmutzung oder Ausfälle. Eine Abweichung nach unten im ersten Jahr ist deshalb noch kein Mangel — eine Abweichung ohne Erklärung schon.

## Quellen

- [PVGIS — Photovoltaic Geographical Information System, Europäische Kommission (JRC)](https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/de/) — Fassung 5.3, Strahlungsdatensatz PVGIS-SARAH3, Wetter ERA5, Zeitraum 2005–2023; abgerufen am 9.8.2026

- [PVGIS — Benutzerhandbuch (JRC)](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/getting-started-pvgis/pvgis-user-manual_en) — Vorgabewert 14 % Systemverluste; Horizont beschreibt Abschattung durch nahe Hügel und Berge; abgerufen am 9.8.2026

- [Swissolar — Photovoltaik: Technologie und Grundlagen](https://www.swissolar.ch/de/wissen/solartechnologien/photovoltaik) — Branchenverband Schweiz, Grundlagen zur Technologie

 Alle Fundstellen zuletzt geprüft am 9. August 2026 . Tarife, Fördersätze und Preise Dritter ändern sich; massgebend ist immer die verlinkte Quelle in ihrer aktuellen Fassung.

## Redaktion und Pflege

**Verantwortlich:** Redaktion PV-Pro, Vigorek GmbH

**Veröffentlicht:** 9. August 2026

**Zuletzt geändert:** 9. August 2026

**Methodik:** [So entstehen die Rechenbeispiele](/ratgeber/methodik-pv-pro-simulationen/)

**Rückmeldung:** [info@vigosky.com](mailto:info@vigosky.com)

- 9. August 2026 Beitrag angelegt; alle Ertragswerte aus sechs offen dokumentierten PVGIS-Abrufen.

## Ein Ertragsszenario für das eigene Dach rechnen

 In PV-Pro Standort, Dachmodell und Komponenten als Eingaben verwenden. Beurteilen Sie den Ertrag zusammen mit seinen Modellgrenzen.

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